FDP-Fraktion im Kreistag des Kreises Heinsberg

ÖPNV im Kreis Heinsberg attraktiver gestalten – Tickets und Tarifübergänge optimieren

Kreis Heinsberg. „Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres wird das von der CDU-FDP-Landesregierung geförderte neue Azubi-Ticket auch im AVV eingeführt. Erstmalig ist es – dank Landesförderung – möglich, ein sogenanntes „NRWupgrade“ dazu zu buchen, das eine NRW-weite Nutzung ermöglicht. Im Gegensatz zu dieser begrüßenswerten, landesweiten Maßnahme bestehen anscheinend Probleme bei der Nutzung des JobTickets. Um einen JobTicket-Vertrag im Aachener Verkehrsverbund (AVV) abschließen zu können, muss ein Arbeitgeber über mindestens 15 Mitarbeiter verfügen. Uns kommen zunehmend Klagen von Mitarbeitern kleinerer Unternehmen im Kreis Heinsberg zur Kenntnis, die für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsort auf den Pkw verzichten würden, wenn sie ein AVV-JobTicket nutzen könnten. Dies scheitert aber leider an der aktuellen Regelung zur Unternehmensgröße“, berichtet Stefan Lenzen MdL, FDP-Fraktionschef im Kreistag.

Dr. Klaus Wagner, verkehrspolitischer Sprecher der Freien Demokraten, schildert aus eigenem Erleben ein weiteres Ärgernis: „Unbefriedigend ist die Situation für Pendler, die aus dem AVV-Bereich in den Bereich des VRR fahren. Auf den für Pendler wichtigen Bahnstrecken (RE 4, RB 33 und RB 34) fallen für nur wenige Haltestellen seit Beginn des Jahres 2019 erhebliche Mehrkosten gegenüber dem Vorjahr an. Durch den Fortfall des „Ergänzungstarifs Nord“ sind die Bahn-Pendler vor allem im Einzugsbereich Erkelenz und Wegberg, nunmehr gezwungen, für die täglichen Wege zur Arbeit den „Ergänzungstarif im AVV“ für das gesamte Tarifgebiet zu wählen. Die Mehrkosten liegen bei rund 50 Euro monatlich. Wir Freien Demokraten meinen, dass die sinnvolle Nutzung von JobTickets nicht an der Tarifgrenze des AVV enden darf. Wir möchten daher prüfen lassen, wie die Benachteiligung der Pendler aus dem Kreis Heinsberg in den VRR beseitigt werden kann. Das kann aber sinnvoll nur durch eine umfassende Neuregelung des Tarifsystems erfolgen. Deshalb soll im Ausschuss auch über weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Tarifübergänge berichtet werden.“

„Die seit Beginn des Jahres 2019 bestehende Verteuerung für die Pendler in den Verbundraum des VRR steht in keinem Verhältnis zur oftmals schlechten Leistung und ist eine klare Benachteiligung der Einwohner des Kreises Heinsberg. Den Verantwortlichen im Zweckverband des AVV fallen für uns nur Tariferhöhungen ein, die den Umweltgedanken konterkarieren. Offensichtlich werden im ÖPNV viele Lippenbekenntnisse abgelegt. Leistungsverbesserungen sind zwar nicht zum Nulltarif zu haben, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen“, so der ÖPNV-Experte der FDP-Fraktion Wolfgang Orth. Er regt an, auch die Unternehmen mit weniger als 15 Beschäftigten in die JobTicket-Regelung einzubeziehen. Außerdem sollen sich die Vertreter des Kreises Heinsberg im Zweckverband AVV für ein verbundraumübergreifendes JobTicket insbesondere zwischen AVV und VRR zu vertretbaren Mehrkosten für die Pendler einsetzen.


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